DIE GESCHICHTE

Nach Prof. Körner, einem renommierten Psychiater, wurde auf dem Sonnenstein erstmals „die Idee der reinen Heilanstalt“ verwirklicht. Der gute Ruf des Sonnensteins basierte auf einer außenordentlich humanen, liberalen und beschäftigungstherapeutisch orientierten Komplexhandlung. Dank beachtlicher Heilungserfolge errang der Sonnenstein Beachtung und Anerkennung in ganz Deutschland und Europa.

Die Heilanstalt übte einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung der deutschen und europäischen Psychiatrie aus, was in den ersten Jahrzehnten der Existenz des Sonnensteins auch zu einem Ausbildungsmonopol für Psychiater in Deutschland führte. Die erfolgreiche Arbeit von Dr. Pienitz wurde in den folgenden Jahrzehnten durch die leitenden Ärzte Dr. Friedrich H. Lessing, Dr. Guido Weber und Dr. Georg Ilberg fortgesetzt.

DER SONNENSTEIN IM WANDEL DER ZEIT

Im 11. Jahrhundert wird auf dem Sonnenstein eine Burg- und Festungsanlage errichtet, die bis ins 16. Jh. militärisch genutzt wird. Im 16. Jh. entstanden auch ein Brunnen und ein Brauhaus.

1811 wird die Heil- und Pflegeanstalt Sonnenstein im Schloss gegründet – der Sonnenstein wird zum Inbegriff der modernen Psychiatrie.

Ende der 1930er Jahre übernehmen die Nationalsozialisten das Gelände. Am 9. Oktober 1939 löste der sächsische Innenminister von Fritzsch mit einem Erlass die zu Kriegsbeginn für Lazarettzwecke bereits teilweise geräumte Heil- und Pflegeanstalt Sonnenstein auf.

Anfang der 1950er Jahre werden die von den Russen gefangen genommenen Ingenieure von den Junkers-Flugzeugwerken und den BMW Motorenwerken auf den Sonnenstein gebracht, um dort die Düsentriebwerkstechnologie für die ostdeutsche Luftfahrt zu entwickeln.

Es entsteht der VEB – Betrieb Strömungsmaschinenbau. Nach der Wende wird die Firma mit dem Gelände privatisiert. Nach Einstellung des Betriebes Ende 1994 wird das Gelände sukzessive renoviert und restauriert.

Etliche Gebäude – so auch das Schloss Sonnenstein werden behördlicher Nutzung zugeführt (Landratsamt). Es entstehen einige Neubauten (Amtsgericht) – weitere Behörden werden angesiedelt (Schulamt, Vermessungsamt) und ein großes Klinikum wird in dem Bereich errichtet, wo die ehemalige Fabrik stand.

Der eigentliche Schlosspark mit angrenzenden Grundstücken ging vor wenigen Jahren in das Eigentum der Sonnenstein®-Quelle Betriebs GmbH über, welche die schon vor vielen Jahrhunderten bekannte Heilquelle neu entdeckt und erschlossen hat. Nachdem Probebohrungen und Probeentnahmen ein ausgezeichnetes Wasser mit hervorragenden Laborwerten attestierten, haben weitere Untersuchungen ergeben, dass dieses Wasser eine außergewöhnliche kristalline, hexagonale Struktur aufweist.

Im Jahr 2016/17 wurde ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert im Schlosspark saniert und für die Quellwassermanufaktur in unmittelbare Nähe zur Quelle errichtet.